Stuttgarter Medienkongress 2013

+++ AUFMERKSAMKEIT! +++ Pole Position in der digitalen Medienwelt

16.05.2013

Aufmerksamkeit – das kostbarste Gut im digitalen Medienzeitalter

Eingangsfilm von Manuel Eichhorn:

Vor über 240 Teilnehmern präsentierte der Intendant des Südwestrundfunks Peter Boudgoust und der Geschäftsführer von RTL interactive GmbH Marc Schröder die Konzepte ihrer Sender, um den ständig über mobile Geräte kommunizierenden Nutzer zu erreichen. Thomas Langheinrich, der Präsident der LFK, verwies in seinem Eingangsstatement auf den dramatischen Transformationsprozess in der Gesellschaft und der Wirtschaft. „Immer mehr Angebote im Alltag, die der User über Multitasking bewältigt.

Thomas Petersen (Institut für Demoskopie Allensbach) präsentierte Daten und Fakten zum Medienkonsum. Neueste Zahlen deuteten darauf hin, dass die Nutzer, die viel in sozialen Netzwerken kommunizieren, in Gefahr seien, sich ein verzerrtes Bild von den Grundüberzeugungen der Gesellschaft zu machen.

Die vier Panels beschäftigten sich mit folgenden Themen:

SELBSTORGANISATION DES NUTZERS

Prof. Rath von der PH Ludwigsburg präsentierte ein ökonomisches Modell für die Selbstorganisation des Mediennutzers. Zeit ist danach die Währung, die der Nutzer ganz bewusst gemäß seiner Kommunikationsziele einsetzen sollte. Wie schwierig es ist, sich dem Vibrieren des Handys zu entziehen und das Gerät einfach mal auszuschalten, zeigte Markus Merkle von Mecodia. Peter Gerdemann von IBM präsentierte die Welt hinter der Firewall eines Unternehmens.

 

INHALTEVIELFALT UND INDIVIDUALISIERUNG

Bernhard Bahners, Geschäftsführer von radio.de stellte zunächst das Konzept hinter der größten Radio-Website in Deutschland vor. Wie klassische, lineare Radiosender in Zeiten der fortschreitenden Individualisierung am Ball der Zuhörer bleiben, referierte Jürgen Hartfelder, Musikchef von SWR1. Frau Dr. Simone C. Ehmig, Leiterin des Institutes für Lese- und Medienforschung griff die Diskussion der Substituierbarkeit klassischer Bücher durch digitale Angebote auf.

MARKETINGSTRATEGIEN

Die Grenzen zwischen einzelnen Medien- und Einkaufskanälen schwinden zunehmend: Man informiert sich beispielsweise mobil über ein Produkt, möchte es im Laden aber sehen und bestellt es dann online. Das heißt aber auch, so das Argument von Martin Cserba, Head Digital Strategies & Marketing dmc digital media center GmbH, Unternehmen haben die Chance, ihren (potenziellen) Kunden an immer mehr Punkten, so genannten „touchpoints“, physisch oder digital zu begegnen. Bewegtbild dominiert die Kommunikation und damit auch das Marketing in den Zeiten des digitalen Wandels. Bertram Gugel, Geschäftsführer gugel productions, illustrierte dies an zahlreichen Beispielen. Auch wenn sich Medien, Kommunikation und Marketing durch die neuen technischen Möglichkeiten stark verändern, so Dr. Werner T. Fuchs, Geschäftsführer Propeller Marketingdesign, sei der Mensch in seinen neurologischen Grundstrukturen nach wie vor derselbe.

USABILITY

Wie das Panel Usability ergab, ist die Bedienungsfreundlichkeit der Geräte zentral, wenn es um die Nutzung neuer Dienste geht. Technik muss Spaß machen, nicht nerven, so die Botschaft an die Hersteller. Michael Burmester (HdM), Sabine Haas (result) und Tina Rodriquez (Unitymedia KabelBW) präsentierten hier die neuesten Modelle aus Forschung und Wirtschaft.

 

Impressionen 2013