Stuttgarter Medienkongress 2010

Was will die Generation Internet wirklich? – Der Medienmix für die Digital Natives

03.05.2010

Im Fokus: Sehen die klassischen Medien alt aus?

Die „Digital Natives“ standen im Mittelpunkt des ersten Stuttgarter Medienkongresses im LBBW-Forum am Hauptbahnhof. Medienpraktiker, Wissenschaftler, Schüler und Studierende diskutierten mit den mehr als 200 Teilnehmern die Frage: Was will die Generation Internet wirklich?

Es zeigte sich, dass das veränderte Nutzungsverhalten der Generation Internet auch große Chancen für kreative Medienunternehmen bietet, denen es gelingt, den Jugendlichen authentische und interessante Angebote zu unterbreiten.

Impressionen 2010


Wie wird klassisches Radio noch genutzt? Wer fesselt die Digital Natives? Sind die Medienhäuser „fit for all sizes” und wie finden (Online-)Games den Weg aus der Schmuddelecke in den Massenmarkt? In vier Panels wurden diese und weitere Fragen diskutiert:

RADIO

„Das Radio hat sich in den letzten Jahren vom Nebenbei-Medium zum Musikscout und Community-Builder verändert”, bestätigt Dr. Walter Klingler, Leiter der SWR-Medienforschung. Als Best Case präsentierte Dr. Wolfgang Gushurst, Programmchef bei DASDING (SWR) seine Programmstrategie. Karsten Kröger, Programmchef von bigFM stellte fest: „Radio kann nur überleben, wenn es einen Rückkanal gibt.”

GAMING

Kostenlose Online-Spiele sind das Kerngeschäft der Gameforge 4D GmbH, die Carsten van Husen, Geschäftsführer und Co-Gründer, als Best Case vorstellte. Ralph Stock, Geschäftsführer von Promotion Software, sieht die Community als Kern zur erfolgreichen Evaluation neuer online-basierter Spielvarianten.

TV und soziale Netzwerke

Immer weniger Medien schaffen es, große Teile der Nation vor einem einzelnen Angebot zu versammeln. „Die Zeiten des ‚Fesselns‘ sind vorbei, heute geht es um die Attraktivität der Angebote”, erläuterte Prof. Dr. Uwe Hasebrink vom Hans-Bredow Institut. Junge Leute konsumieren Inhalte immer mehr aufgrund von Empfehlungen – was oft in den sozialen Netzwerken geschieht. „Spiel, Spaß, Überraschung, Produkte”, lautet deshalb auch das Motto der VZ-Netzwerke, die von Sven Bagemihl vorgestellt wurden. Michael Heise, Leiter des Bereichs Produktmanagement RTLinteractive GmbH, sieht keine Konvergenz der Nutzung von Netzwerken und TV. Jedes Medium sei jeweils für sich individuelles Ereignis.

NEWS

Gerade in unserer Zeit der Informationsüberflutung braucht es starke Medienmarken, die glaubwürdig sind und Orientierungspunkte bieten. „Das Vertrauen der Nutzer ist der zentrale Punkt, daher geht bei uns Sorgfalt ganz klar vor Schnelligkeit”, so Heidi Schmidt, Online-Koordinatorin der ARD/ SWR, bei der Vorstellung des Best Case. Johannes Boege, Marketingleiter der Welt Gruppe der Axel Springer AG, glaubt ebenfalls an die Zukunft und Relevanz der großen Medienhäuser.