Erfahrungen in der realen und der digitalen Welt

Wie unterscheiden sich Feedback-Erfahrungen, wie Likes und Shares, in der Welt von Facebook, Instagram, Snapchat von realer Resonanz? Wie lässt sich die digitale, virtuelle Welt mit der realen Welt verbinden? Pokémon Go, Fitness-Apps, die Gleichgesinnte zusammenbringen und besondere Festivalerlebnisse weisen neue Wege auf. Die immer weiter fortschreitende Personalisierung der Medienangebote und der Aufenthalt in der eigenen Daten-Bubble kontrastieren mit dem Bedürfnis nach gemeinschaftlicher Interaktion, Live-Erlebnissen und Resonanz. Wie tickt hier die junge Zielgruppe, und wie sollten sich die Medien darauf einstellen?

Eine Einführung in das Panel gibt Martin Altmeyer in Anlehnung an sein Buch „Auf der Suche nach Resonanz – Wie sich das Seelenleben in der digitalen Moderne verändert“. Der Referent bietet eine Zeitdiagnose der digitalen Moderne mit dem Versuch besser zu verstehen, worin eigentlich die enorme Anziehungskraft der interaktiven Medien besteht und darüber aufzuklären, wie das zeitgenössische Selbst die mediale Lebenswelt zu eigenen Zwecken nutzt.

Bernd Dicks stellt mit Parookaville ein ganz besonderes Beispiel für eine reale Resonanzerfahrung vor. Parookaville - das ist kein normales Elektronik Musik Festival, es ist eine Stadt, die einmal im Jahr zum Leben erwacht. Die Festivalbesucher werden zu Bürgern dieser Siedlung, die ihre eigenen Regeln hat und über die Infrastruktur einer Kleinstadt verfügt, wie etwa einen Marktplatz oder ein Bürgerbüro. So werden die Besucher in für ein Festival ungewohnter Weise miteinander in Kontakt gebracht und das Musikerlebnis wird mit anderen Resonanzerfahrungen verknüpft.

Eine Diskussionsrunde unter der Leitung von Evelyn Hriberšek, Expertin für interaktive, virtuell-analoge Welten und Experiences an den Schnittstellen von Kunst, Musik, Theater, Film, Games und neuen Technologien, beleuchtet die Frage, wie sich digitale und reale Erlebnisräume gegenseitig verstärken können.

Marthe-Victoria Lorenz bringt mit fairplaid ein Beispiel dafür, wie sich reale Erlebnisse, in diesem Fall Sport-Projekte von Vereinen und Sportlern, durch die digitale Community über Crowdfunding finanzieren und realisieren lassen. Von Bernd Dicks erfahren wir, was ein Musikfestival heutzutage bieten muss, um Erfolg zu haben und ob es wichtig ist, das reale Erlebnis auch in das digitale Netz zu verlängern. Dieter Gorny beleuchtet die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Musik- und Kreativbranche. Jasmin Srouji stellt mit Tinkertank ein pädagogisches Projekt vor, das eine Brücke zwischen digitaler Welt und realen Erfahrungen schlägt und so ein besonderes Lernerlebnis vermittelt.  

Referierende:
Dr. rer. med. Martin Altmeyer, Autor und Publizist
Bernd Dicks, Geschäftsführer, Parookaville
Prof. Dieter Gorny, Vorstand, Bundesverbandes Musikindustrie
Marthe-Victoria Lorenz, Geschäftsführerin, fairplaid
Jasmin Srouji, Projektleitung, TINKERTANK - Kreativ mit Technik

Moderation:
Evelyn Hriberšek, Innovation Artist, Experience Director, VR-/Ar Expert

 

Energydrinks fürs Radio

Was sind die Alleinstellungsmerkmale des Radios in der Zukunft, die es neben allen anderen digitalen Angeboten attraktiv für die Hörer macht? Digital Natives geben Auskunft, wie sie Radio hören und wie ein Radiosender bei ihnen punkten kann. Wo gibt es mutige Formate, die die Hörer fesseln? Das Panel präsentiert neue Ansätze und Best Practice-Beispiele erfolgreicher Radioveranstalter. Es gibt Antworten auf die Frage, wie sich das Lokale gut im Programm platzieren lässt und wie Radio über alle Plattformen funktioniert.

Einige Alleinstellungsmerkmale des Radios der Zukunft präsentiert Ralf Homann bei seiner Einführung in das Panel, gefolgt von einer Präsentation neuester Erkenntnisse, die an der Hochschule der Medien in der Zukunftswerkstatt Radio, einem gemeinsamen Projekt von Studierenden und Hörfunkveranstaltern, gewonnen wurden. Aktuelle Ergebnisse stellen Rebecca Beiter und Oliver Zöllner vor.

Martin Haferkorn zeigt am Beispiel von Radio Regenbogen crossmediale Ansätze und Strategien für ein 360°-Content-Management auf. Der klassische Hinweis: „Das können Sie noch mal nachlesen im Internet auf xy.de“ reicht im Web schon lange nicht mehr. Eine Bilder-Galerie, ein kurzes Video oder eine Grafik schaffen zusätzlichen Unterhaltungs- oder Nutzwert. Auch der eigene News-Blog zu aktuellen regionalen Lagen ist ein reichweitenstarker Service für die Nutzer.

„Wie Radio Flügel verleiht“ ist die Fragestellung einer Fishbowl-Diskussion mit Vertretern erfolgreicher Radioveranstalter aus Baden-Württemberg und freien Journalisten, bei der auch die Meinungen und Ansichten der Digital Natives und des Publikums eine wichtige Rolle spielen sollen. Was sind die Erfolgsrezepte für gutes Radio unter Nutzung aller Ausspielwege und wie bleibt das Radio ganz nah am Ohr des Hörers?

Auf dem mit Rebecca Beiter (Hochschule der Medien), Ralf Homann (Freier Journalist,) Andrea-Alexa Kuszàk (die neue
Welle), Philipp von Martius (ego FM) und Volker Schwarzenberg (Radio 7) besetzten Podium steht auch ein "Gast-Stuhl"
für alle Kongressteilnehmer zur Verfügung, die sich aktiv an der Diskussionsrunde beteiligen möchten. Moderiert von Eva Schulz werden die unterschiedlichen Thesen zur Fragestellung beleuchtet und es kommen alle Referenten und auch das Publikum zu Wort.

Referierende:
Rebecca Beiter,
Studierende, Hochschule der Medien Stuttgart
Martin Haferkorn,
Programmchef, Radio Regenbogen
Ralf Homann,
freier Journalist
Alexa Kuszák,
Geschäftsführerin, die neue Welle
Philipp von Martius,
Geschäftsführer, ego FM
Volker Schwarzenberg,
Geschäftsführer, Radio 7
Prof. Dr. Oliver Zöllner,
Vorsitzender des Hochschulradios HORADS 88,6, Hochschule der Medien Stuttgart

Moderation:
Eva Schulz,
freie Journalistin und Moderatorin

Unterwegs in den digitalen Aktivitätsräumen

Medieninhalte werden jenseits der klassischen linearen Verbreitungswege über eine Vielzahl von digitalen Plattformen verbreitet. Was charakterisiert die einzelnen Aktivitätsräume wie Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram oder YouTube? Wie werden sie genutzt und welche Inhalte in welcher Verpackung können beim User punkten?

Den New York-Marathon läuft man besser nicht untrainiert. Das gleiche gilt für den digitalen Wandel: Um den zu meistern, tut ein wenig Übung gut. Im Panel "Fitnessraum" gibt’s die richtigen Trainingspläne und Tipps, worauf es in den neuen und jungen Medienräumen wie Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram oder YouTube ankommt. Experten zeigen, wie eine erfolgreiche Social-Media-Strategie aussehen kann und diskutieren, was dies für die Aufbereitung der Medieninhalte und die Organisation der Redaktionen in den Medienhäusern bedeutet.

Jannis Kucharz präsentiert funk, das neue Content-Netzwerk von ARD und ZDF mit Inhalten für 14- bis 29-Jährige mit vielen neuen Formaten, die online verbreitet werden. Zusammen mit dem User soll über bestehende Inhalte diskutiert und neue Ideen entwickelt werden. Der Referent wird über die Strategie des jungen Angebots und erste Resonanzerfahrungen berichten.

Christof Kessemeier, Director Digital Branding, verantwortet die Social-Media- und Content-Marketing-Aktivitäten des Kabelnetzbetreibers Unitymedia. Neben der Marketing-Kommunikation und dem Community Management in sozialen Netzwerken stellt er die unternehmensweite Zusammenführung aller Social Media Aktivitäten sicher. Er berichtet darüber, wie sich aus den Aktivitäten und der Kommunikation der Nutzer in den sozialen Netzwerken wichtige strategische Informationen gewinnen lassen und Themen gesetzt werden können.

Benjamin Minack, der Experte für konvergente Corporate- und Public Affairs-Kampagnen von Institutionen und Unternehmen, gibt Hinweise, was zu beachten ist, um wirksam und passend in den einzelnen digitalen Aktivitätsräumen zu kommunizieren und eine konvergente Strategie zu entwickeln. Wie kann man Resonanz erzeugen
und was ist hier bei den einzelnen Plattformen zu beachten?

Steffen Geldner, Innovations-Spezialist und Instagram-Held, zeigt schließlich als ‚drill instructor', wie sich Reichweite und Relevanz von Social Media-Angeboten mit Hilfe von einfachen Werkzeugen wirksam optimieren lassen: Weekend Hashtag Projects, Suggested User Lists oder Instameets stellen hierbei effektive Tools dar. Zudem gibt Geldner Antworten auf die Fragen, was Unternehmen von Influencern lernen können: Wie verwendet ein Instagrammer die Plattform?

Und wie es sich für einen "Fitnessraum" gehört: Die passende App dazu gibt es auch. Damit beim Training alle mitmachen können. Denn im SMK-Fitnessraum wird nicht nur zugehört,
sondern auch mitgemacht.

 

Referierende:
Steffen Geldner, Projektmanager Digital Innovation, Popakademie Baden-Württemberg
Jannis Kucharz,
Innovationsmanager Social Media, funk - Das junge Angebot von ARD und ZDF
Christof Kessemeier, Director Digital Branding, Unitymedia
Benjamin Minack, Geschäftsführer, Agentur ressourcenmangel

Moderation:
Prof. Dr. Boris Kühnle, Studiendekan Medienwirtschaft, Hochschule der Medien Stuttgart

 

Lokaljournalismus neu gedacht

Der objektive, beobachtende Blickwinkel des Journalisten trifft im Netz auf subjektives Teilen der eigenen Sicht und Erfahrungen der YouTuber. Wie wird sich in diesem Spannungsfeld der Journalismus weiterentwickeln? Im Panel diskutieren Journalisten der verschiedenen Medienhäuser, wie Themen gefunden, gesetzt und verbreitet werden und wie sich vor allem die junge Zielgruppe mit lokalen Inhalten ansprechen lässt. Push oder Pull: Kommen die relevanten Inhalte von der Community? Wie erreichen die Medieninhalte Relevanz in den sozialen Netzwerken, die immer mehr zum Gatekeeper und Filter werden?

Weitere Themen in diesem Panel: Wie kann multimedialer, digitaler Journalismus aussehen und welche neuen Modelle bieten sich für die Refinanzierung der Inhalte an?

Die Einführung in das Panel von Juliane Lischka soll Antworten auf die Fragen liefern, ob Soziale Medien heute die Gatekeeperfunktion des Journalismus übernehmen und wie sich Algorithmen dabei auf die Themenauswahl und Distribution von Nachrichteninhalten auswirken.

Als CEO und Gründer von Merkurist stellt Manuel Conrad einen Best Practice-Case vor, der sich insbesondere durch ein neuartiges, journalistisches Konzept und das eigens entwickelte, hochtechnisierte Content Management System von klassischen Verlagsangeboten unterscheidet. Entstanden ist die (erste) digitale Plattform für lokale Nachrichten, auf der die Leser aktiv am Nachrichtengeschehen teilnehmen.

Das Konzept des transmedialen Erzählens bezeichnet in der Medienwissenschaft eine Strategie, einen bestimmten Inhalt über mehrere Medien hinweg zu erzählen. Welche Möglichkeiten diese Erzählform in Bezug auf den Lokaljournalismus bietet, das wird Oliver Häußler in seiner Präsentation veranschaulichen.

Einen Ausblick auf die Zukunft soll die Diskussionsrunde mit Tobias Köhler (Südwestdeutsche Medienholding), Ralph Kühnl (Rhein-Neckar Fernsehen), Manuel Conrad (Merkurist) und Eva Schulz am Ende des Panels geben. Diskutiert werden die Fragen: Wie verändert das Netz den lokalen Journalismus? Und: Welche Strategien bieten sich für die lokalen Medienhäuser an und wie können auch junge Zielgruppen adressiert werden?

 

Referierende:
Manuel Conrad, Geschäftsführer, Mercurious / merkurist.de
Oliver Häußler, Redaktionsleiter CampusTV, Universität Tübingen
Tobias Köhler, Leiter Strategie- und Innovationsteams, Südwestdeutschen Medienholding
Ralf Kühnl, Mitglied der Geschäftsleitung, Rhein-Neckar Fernsehen
Dr. Juliane Lischka, Postdoctoral research and teaching associate, University of Zurich

Moderation:
Eva Schulz, freie Journalistin und Moderatorin