Lösung "Handmade Digital Journalism"

Journalismus unter Druck – Eine Krise ohne Ausweg?

Die aktuelle Krise des Journalismus bei den etablierten Medienunternehmen zu beleuchten und zu analysieren war das? Ziel für die beiden Medienwissenschaftler aus Tübingen, Panagiotis Fotiadis und Thanh Mai Tran. Mit ihrer Reportage „Journalisten unter Druck – Eine Krise ohne Ausweg?“ zeigen die beiden Studierenden mit ihrer Abschlussarbeit jedoch auch interessante Lösungswege: Wie man mit individuellen digitalen Ideen journalistisch arbeiten und Geld verdienen kann – Handmade Digital Journalism.

 

Film "Journalismus unter Druck - Eine Krise ohne Ausweg?"

 

Folgende Beispiele für handgemachten Digitaljournalismus werden im Film gezeigt:

Perspective Daily-Web-Magazin

Das Magazin arbeitet nach dem Prinzip des konstruktiven Journalismus. Pro Tag erscheint ein Artikel, insgesamt fünf in der Woche. Diese Artikel kommunizieren neben den Fakten auch Lösungsmöglichkeiten und regen zur Diskussion in der Community an. Das Web-Magazin finanziert sich über Mitgliedsbeiträge.

„Fasziniert hat uns, dass die Gründer Maren Urner und Han Langeslag Neurowissenschaftler sind. Ihrer Meinung nach werden die wirklich dringenden Probleme der Menschheit nicht umfassend thematisiert. Daher plädieren sie für einen lösungsorientierten Journalismus. Das Besondere: Im Unterschied zu vielen Medien werden alle Quellen im Text genannt und verlinkt, was zu einer größeren Transparenz beitragen soll“.

 

Opinary - Meinungsradar

Ein Tool, das man vor allem unter Onlineartikeln findet. Darin wird eine Frage gestellt, zu der Leser per Mausklick ihre Meinung ausdrücken können. Im Anschluss an sein persönliches Voting erhält der Nutzer einen visualisierten Überblick über das Meinungsbild aller Nutzer, die an der Umfrage teilgenommen haben. Fast alle Leitmedien in Deutschland binden das Tool ein. International sind es die britische Times, der Guardian und Redinery29. Das Meinungsradar finanziert sich über Video-Ads und Datenhandel. Opinary hat außerdem einen Algorithmus entwickelt, der anhand des Inhalts eines Artikels erkennt, welches Meinungstemplate zum jeweiligen Artikel passt. So kann unter einem Beitrag über Ökostrom automatisiert ein von Toyata bezahlter Meinungskompass eingebunden werden. Wer abstimmt, bekommt dann eine Anzeige für Toyota Hybrid-Fahrzeuge angezeigt.

„Fasziniert hat uns das Ziel der drei Unternehmer: Sie möchten Nutzer zu Interaktion und Meinungsaustausch bewegen. Dies möchten sie vor allem außerhalb von Filterblasen der Nutzer vorantreiben“.

 

DerKontext - StartUp

DerKontext sammelt Hintergrundinformationen zu verschiedenen Themen und stellt diese auf seiner interaktiven Internetseite zur Verfügung. Dort kann man als Mitglied auf alle Inhalte zugreifen. Finanziert wird DerKontext durch die Einnahmen der Mitgliedsbeiträge und die Vermarktung der Software, mit der die Webseite betrieben wird.

„Fasziniert hat uns an DerKontext, dass die Plattform eine völlig neue Art ist, Inhalte aufzubereiten. Sie zeigt sehr detaillierte Informationen zu einem Thema und erweitert diese beliebig“.

 

Stimmtdas.org

Stimmtdas.org ist ein Faktencheck Portal. Es nimmt Aussagen von Politikern und stellt dar, ob diese stimmen, nicht stimmen, teilweise stimmen, irreführend sind oder überdramatisieren. Dazu gibt es jeweils einen Artikel mit allen Quellen, die die Aussagen belegen, widerlegen oder kontextualisieren. Stimmtdas.org wird teilweise von dem Unternehmen Opinary mitfinanziert.

„Fasziniert hat uns das Konzept vor allem wegen der Art und Weise, wie die Aussagen der Politiker analysiert werden. Alle Quellen werden offen gelegt und geben dem Leser die Möglichkeit, den Artikel nachzuvollziehen.“